Sonntag, 23. Dezember 2012

Lächeln gegen graue Tage

Derventwater, Buntstiftzeichnung 1987, copyright Ludger Gausepohl

Die dunkle Zeit hat uns im Griff, grau und trübe, draußen wie innen,

Weihnachtsrummel, Kommerzgetümmel,

kaufen, kaufen kaufen.

Doch eine Kerze, ein warmes Wort,

ein schönes Essen, ein heißer Tee,

auch weißer Schnee, ein klarer Sternenhimmel,

Beisammensein und sich Anlächeln,

lässt uns das Grau überwinden

und weckt Zufriedenheit und Hoffnung.

Frohe Weihnachtstage und ein glückliches, friedliches, erlebnisreiches und gesundes Jahr 2013!,

Merry Chrismas and a happy, peaceful, and healthy year 2013, full of good expieriences

Dienstag, 4. Dezember 2012

Herbst 2012

Collage mit Blättern, © Ludger Gausepohl Dezember 2012, 27x40cm
 
In uns'rer schnell sich wandelnden Welt
gibt es noch die Dinge die bleiben.
So Frühling, Sommer, Herbst und Winter
bleiben uns'res Lebens Hintergrund.
Schöne Farben der Blätter im Herbst!
Wenn uns noch die Sonne dazu scheint,
fühlen wir uns eins mit der Natur.
Doch auch bei Regen und bei Kälte
müssen wir es nehmen wie es kommt.
Der alltägliche Wandel dabei,
doch beständig ist im Lauf der Zeit.
© Ludger Gausepohl Dezember 2012

Mittwoch, 28. November 2012

Lob des Zweiflers

Wo etwas ganz hoch wird gepriesen,
auf große Taten hingewiesen,
da hört man oft die Stimm' von jemand,
der weist das ganze von der Hand
und legt bei der Geschichte,
auf and're Seiten die Gewichte.
Zu Dogmen und Gewissheiten,
lässt er sich nicht verleiten.
Er weist auf viele Fragen hin,
die and'ren nie kamen in den Sinn.
Ob Wunder, höh're Wesen oder and're Mär,
finden vorm Zweifler keine Gnade mehr.
Oft wird solch' Kritik als lästig nur empfunden,
obwohl die Zweifel später für gut befunden.
Vieles ist nicht wie es uns erscheint
und wie der schlichte Denker meint.
Allgemeine Wahrheiten, sehr hoch gehalten,
sich im Besond'ren oft ganz falsch gestalten.
So wollen wir zu gern den Zweifler preisen,
doch auch hier die Zweifel kreisen:
Vertrauen fällt ihm ganz schön schwer
und an sich nagt manch' Zweifel sehr.
Schöne Träume und Hoffnung hegen
und lieb geword'ne Gewohnheit pflegen?
Wohl zweifelhaft!

© Ludger Gausepohl November 2012

Montag, 19. November 2012

Unsere" schöne" Plastikwelt

Plastic Planet – eine bedenkliche Dokumentation von Werner Boote
Heute hatte ich die Gelegenheit, bei ZDF Info die 2009 veröffentlichte Filmdokumentation „Plastic Planet“ von Werner Boote zu sehen. Mir waren die Gefahren, die aus der massenhaften Herstellung und Verwendung von Kunststoffen resultieren, wohl bekannt, aber der Film hat sie mir noch mal mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt und durch seine Ironie und beispielhafte Darstellung noch klarer gemacht. Der Autor und Regisseur geht von der Geschichte aus, dass sein Vater früher ein begeisterter Anhänger des Kunststoffes war und das erinnert mich an meine eigene frühere Begeisterung für die scheinbar unendlichen Möglichkeiten der Kunststoffchemie. Ich habe allerdings als Chemiestudent dann auch sehr bald erfahren, welche Gefahren schon die Produktion von Plastik mit sich bringt, beispielsweise bei der Herstellung von Polyvinylchlorid (PVC), welche sehr giftige Zwischenprodukte nötig macht und bei der Verbrennung beispielsweise die ebenso giftigen Dioxine hervorbringt.  Viel gefährlicher ist nach diesem Filmbeitrag einerseits die Allgegenwärtigkeit von Kunststoffen aller Art in unserer Umwelt, beispielsweise im Meer, wo kleinste Plastikpartikel von Meereslebewesen aufgenommen werden und dann zu deren Verenden führen. Zahlreiche Zusatzstoffe, wie der Weichmacher Bisphenol A führen zur Schädigung des Hormonsystems von Mensch und Tier, wie in dem Film sehr eindringlich von mehreren Wissenschaftlern dargelegt wird, und damit zu Unfruchtbarkeit und Missbildungen. Interessant sind auch die in der Dokumentation dargestellten Reaktionen der Industrievertreter, die sich entweder jeder konkreten Befragung entziehen oder aber beschönigende Darstellungen zum Besten geben.
Der Film ist in der ZDF Info Mediathek abrufbar und sollte jeden umweltbewussten Bürger zu einer anderen Einstellung zum Verbrauch von Plastikartikeln anregen. Ich selbst bemühe mich darum, Verpackungsmüll möglichst zu vermeiden, wobei ich sehr oft auf zahlreiche Hindernisse stoße. Aber Plastiktüten für Obst und Gemüse so oft wie möglich wieder zu verwenden, statt jedes Mal im Supermarkt eine neue zu nehmen, ist eigentlich keine große Sache und Recyceln sollte ja ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein. Da Plastik so billig ist, sind wir geneigt, alles was aus diesem Werkstoff besteht, schnell wegzuwerfen, wenn es nicht mehr ganz neu und schön ist. Dabei sind diese Produkte ja zumeist besonders lange haltbar. Und ausgerechnet für Kinder, deren Gesundheit durch das schadstoffhaltige Material besonders bedroht ist, haben besonders viele dieser Produkte in ihrer Wohnumgebung. Ein Umdenken in Bezug auf die meisten Kunststoffe und unser Konsumverhalten insgesamt ist unbedingt angesagt.
© Ludger Gausepohl November 2012

Montag, 29. Oktober 2012

Frederisiko – ein fürstliches Erlebnis


Nachdem wir bereits einmal vergebens den Weg nach Potsdam zum Neuen Palais gemacht hatten und wegen Überfüllung nicht in die Ausstellung über Friedrich den Großen gelangen konnten (wir hätten mindestens zwei Stunden warten müssen), hatten mein Mann und ich für den vergangenen Sonntag, der letzten Möglichkeit, die Ausstellung zu sehen, Karten übers Internet besorgt und kamen  pünktlich zur vorgegebenen Zeit am festgelegten Eingang des prächtige Schloss im Park von Sanssouci an. Da wir etwas früh in Potsdam gewesen waren, hatten wir uns noch zu einen Spaziergang entschlossen durch den in herbstlichen Farben leuchtenden Lustgarten der preußischen Könige und genossen die herrliche, frühherbstliche Sonne und den strahlendblauen Himmel. Dann traten wir in das königliche Schloss ein und verzichteten auf den Audioguide, sondern nahmen nur das Booklet mit kurzen Erläuterungen mit. Wir waren schnell im Bann einer gut gemachten Ausstellung, aber auch dieses prachtvollen Schlosses. Die nicht endend wollenden Gänge und hintereinander liegenden Räume boten mit den kurz und knapp dargebrachten schriftlichen Erläuterungen ein anschauliches Bild sowohl der Lebensumstände, als auch der Persönlichkeit und der Bestrebungen des Preußenkönigs. Immer wieder ging unser Blick sowohl hoch zu den prächtigen Decken mit ihrem vergoldeten Stuckwerk oder Deckengemälden, als auch zum kostbaren Fußboden aus wertvollen Hölzern oder edlem Gestein. Letzteres war wegen der großen Zahl von Besuchern und der Abdeckungen zum Schutz vor Abnutzung und Beschädigung nur eingeschränkt zu bewundern. Aber die gute Organisation sorgte dafür, dass die große Besucherzahl die Besichtigungsmöglichkeiten nur geringfügig einschränkte. Prächtige Ornamente, teure Materialien und zahlreiche Bilder findet man ja auch in anderen Schlössern, aber die Gestaltung des neuen Palais weist immer wieder Überraschungen und Besonderheiten auf. Dass es beabsichtigt war, mit dem Bau und der Ausgestaltung dieses andere Fürsten zu übertreffen und Preußen als führende Macht Europas darzustellen, wird überall deutlich und die Ausstellung macht es sehr schön deutlich. Besonders gut gefallen hat mir der Grottensaal, der mit unzähligen Muscheln, polierten Halbedelsteinen und ungewöhnlichem Stuckwerk verkleidet ist. Nicht minder beeindruckend ist die große Marmorgalerie in der ersten Etage mit ihrem kostbaren Fußboden (wegen dessen Beschädigung aufgrund von Baufehlern man diese Räumlichkeit nicht betreten darf), den pompösen Deckengemälden und den unzähligen Spiegeln an den Wänden.
All diese Pracht, die der König laut Ausstellungstext nur drei Monate im Jahr nutzte, konnte natürlich nur zu Lasten des einfachen Volkes entstehen, aber immerhin sorgt sie heute dafür, dass Massen von Touristen aus aller Welt nach Potsdam strömen und hier auch ihr Geld lassen. Wir waren auf jeden Fall froh, Schönheit und Pracht für kurze Zeit genießen zu können und nahmen unvergessliche Eindrücke mit nach Hause.
© Ludger Gausepohl Oktober 2012

Dienstag, 16. Oktober 2012

Günter Grass

Soeben hört' ich Gespräche
über und mit Günter Grass.
Ein Mann der starken Worte,
ein Mann der klaren Gedanken.
Was er sagt ist nicht überirdisch,
es ist sehr wohl von dieser Welt,
doch so hoch überm kleinlich Geschwätz
von Politik und Öffentlichkeit.
Ein alter Mann mit all seinen Fehlern,
einer der unser Jahrhundert durchquerte
mit all seinen Gipfeln und Tiefen:
Ein Mächt'ger der Sprache ist er für mich.
Ich kann Bewunderung ihm nicht versagen.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

© Ludger Gausepohl Oktober 2012

Dienstag, 17. Juli 2012


Mein neuestes Aquarell zu Berlin (Gedächtniskirche)
(Copyright Ludger Gausepohl)

Dienstag, 3. Juli 2012

Kurz gedacht


Jedes Problem soll möglichst leicht lösbar sein,
das wünsche ich mir auch.
Aber die Wirklichkeit ist anders,
immer viel komplexer als wir dachten.

So gehen die einfachen Lösungen:
Fremde Menschen im Land – Sie sind der Grund für alle Probleme!
Und wer macht die Drecksarbeit?
Kassieren nur Migranten Hartz IV? Sind nur Ausländer kriminell?
Ist nicht der türkische Nachbar freundlich und hilfsbereit?
Strebt nicht jeder nach etwas Glück?

Ich will billig kaufen und nicht nachdenken:
Gammelfleisch, Dioxineier, Gift in der Kleidung und in Plastikprodukten.
Wohin mit dem Müll?
Wer macht all die schlecht bezahlte Arbeit?
Bin ich ein kritischer Verbraucher
oder lasse ich mich nur gelegentlich ins Bockshorn jagen
und vergesse es nach drei Wochen?

Bloß kein Geld für Griechenland!
Aber wohin gingen jahrelang deutsche Waffen?
Wer verdient am meisten durch die EU?
Wem hilft Panikmache und nationalstaatliches Denken?

Alle Politiker sind schlecht und tun nicht, was das Volk will.
Weiß das Volk was es will?
Wer liest schon Parteiprogramme und wird gar selber aktiv?
Lieber eine Protestpartei wählen.
Na, das wäre ja wenigstens schon mal etwas!
Sich informieren, im Kleinen etwas tun,
Kritik mit Verstand und Weitblick,
das könnte manches besser machen.

© Ludger Gausepohl Juli 2012

Mittwoch, 23. Mai 2012

Berlin Alexanderplatz, Aquarell, 27x40 cm, copyright Ludger Gausepohl 2011

Berlin, Brandenburger Tor und Reichstag, Aquarell, 40x27 cm, copyright Ludger Gausepohl 2012

Freitag, 4. Mai 2012

Mein persönliches Glaubens-Bekenntnis


Ich glaube nicht an höhere Wesen, Götter oder Geister und erst recht nicht an die Befugnis von Menschen, anderen den wahren Glauben zu verordnen. Ich glaube an die Gemeinschaft aller Menschen und ihre Verantwortung gegenüber der natürlichen Umwelt und ihren zahllosen Lebensformen. Die Welt entsteht und bewegt sich aus den gegensätzlichen und sich beeinflussenden Energien in der Natur. Materie verändert sich beständig und so entstehen auch Lebewesen, deren, nach unserer Sicht höchste uns bekannte Form der Mensch ist. Aber der Mensch ist und bleibt ein Teil der Natur und alle Lebewesen auf der Erde sind mit uns verwandt. Besonders nah sind uns natürlich die Arten, deren Intelligenz uns nahe kommt und dort noch mehr diejenigen, die uns auch genetisch sehr nahe stehen, die Menschenaffen.
Grundlage eines modernen Humanismus sollten Vernunft, Mitgefühl, Toleranz, Achtung vor allem Leben, Wahrhaftigkeit und die Bereitschaft zur persönlichen Höherentwicklung sein.
Der moderne Humanismus hat sich entwickelt und entwickelt sich noch aus den ethischen und geistigen Strömungen der Menschheit, im Westen der griechisch-römischen Philosophie, den jüdisch-christlichen Wertvorstellungen und der Aufklärung, im Osten dem ursprünglichen Buddhismus, dem philosophischen Hinduismus, dem Taoismus und Konfuzianismus und zuletzt dem aufgeklärten Islam.
Ziel des menschlichen Lebens ist nach meiner Meinung neben dem einfachen Überleben die eigene Weiter- und Höherentwicklung durch Erweiterung der Erfahrungen, des Wissens und der sozialen Fähigkeiten, der gegenseitigen Zuwendung ohne Anhaften oder Besitzdenken. Immer gegenwärtig muss dabei die Möglichkeit von Irrtümern und Fehlern sein. Sie sind Teil unserer Lernprozesse. Darum darf es auch keine dogmatische Lebensphilosophie geben. Freiheit kann nur aus der Anerkennung der eigenen Verantwortung und im Bewusstsein der Notwendigkeiten und Möglichkeiten, Gleichheit nur aus der Akzeptanz von individueller Verschiedenheit und Solidarität nur im Bewusstsein des eigenen Wertes erreicht werden. Alle drei gehören zusammen und können beständig weiter entwickelt werden. Einen Endzustand wird es dabei nicht geben.
Es spricht für mich nichts dagegen, dass Menschen einer Religion anhängen, solange sie dies als ihren persönlichen Weg ansehen, nicht als dogmatische Lehre und sie anderen ihren eigenen Weg zubilligen. Auch derjenige der nicht religiös ist, glaubt an etwas und darf daher nicht auf einen religiösen Menschen herabsehen.

© Ludger Gausepohl Mai 2012

Donnerstag, 26. April 2012






Ein Bild aus meiner Jugendzeit (Wachsmalkreide auf Papier) copyright Ludger Gausepohl

Montag, 2. April 2012

Mein Leben



Mein Leben

mit Unschuld begann es,
ganz hilflos und klein.
Auf der Suche nach Freude,
Auf der Suche nach Glück,
fand ich nur Verbote,
Religion, Beschränkung.
Gepfercht in ein Korsett
vieler Erwartungen
sucht' ich meine Träume.
Sie veränderten sich,
hielten mich am Leben.
Freude fand ich im Kleinen
und in meiner Fantasie.
Am Ende der Kindheit
kam neues Verlangen
in Körper und Seele,
natürlich war's verboten
und die Selbstverbiegung
schien der einzige Ausweg.
Der Hunger nach Wissen
macht' manches davon wett
und brachte mich voran.
Aber mein Geist war verwirrt,
Ideale und Dummheit
lagen nah bei einander.
Erste eigene Schritte
nicht von Erfolg gekrönt.
Auch in Beziehungen
schien mir kein Glück vergönnt.
Die gewünschte Beachtung
konnte ich nicht finden.
Erst langsam wurde mir klar:
Dieses Leben macht uns
keine Glücksversprechungen!
Mal kommt Gutes auf uns zu,
mal passiert was Schlechtes.
Mein Einfluss drauf ist gering.
Aber ich kann wahrnehmen,
lernen und mich entwickeln.
Achtsam sein auf sich und and're,
auf die Welt, die uns umgibt
das kann ein reiches Leben sein.

Copyright Ludger Gausepohl  Januar 2017