Mittwoch, 23. Mai 2012

Berlin Alexanderplatz, Aquarell, 27x40 cm, copyright Ludger Gausepohl 2011

Berlin, Brandenburger Tor und Reichstag, Aquarell, 40x27 cm, copyright Ludger Gausepohl 2012

Freitag, 4. Mai 2012

Mein persönliches Glaubens-Bekenntnis


Ich glaube nicht an höhere Wesen, Götter oder Geister und erst recht nicht an die Befugnis von Menschen, anderen den wahren Glauben zu verordnen. Ich glaube an die Gemeinschaft aller Menschen und ihre Verantwortung gegenüber der natürlichen Umwelt und ihren zahllosen Lebensformen. Die Welt entsteht und bewegt sich aus den gegensätzlichen und sich beeinflussenden Energien in der Natur. Materie verändert sich beständig und so entstehen auch Lebewesen, deren, nach unserer Sicht höchste uns bekannte Form der Mensch ist. Aber der Mensch ist und bleibt ein Teil der Natur und alle Lebewesen auf der Erde sind mit uns verwandt. Besonders nah sind uns natürlich die Arten, deren Intelligenz uns nahe kommt und dort noch mehr diejenigen, die uns auch genetisch sehr nahe stehen, die Menschenaffen.
Grundlage eines modernen Humanismus sollten Vernunft, Mitgefühl, Toleranz, Achtung vor allem Leben, Wahrhaftigkeit und die Bereitschaft zur persönlichen Höherentwicklung sein.
Der moderne Humanismus hat sich entwickelt und entwickelt sich noch aus den ethischen und geistigen Strömungen der Menschheit, im Westen der griechisch-römischen Philosophie, den jüdisch-christlichen Wertvorstellungen und der Aufklärung, im Osten dem ursprünglichen Buddhismus, dem philosophischen Hinduismus, dem Taoismus und Konfuzianismus und zuletzt dem aufgeklärten Islam.
Ziel des menschlichen Lebens ist nach meiner Meinung neben dem einfachen Überleben die eigene Weiter- und Höherentwicklung durch Erweiterung der Erfahrungen, des Wissens und der sozialen Fähigkeiten, der gegenseitigen Zuwendung ohne Anhaften oder Besitzdenken. Immer gegenwärtig muss dabei die Möglichkeit von Irrtümern und Fehlern sein. Sie sind Teil unserer Lernprozesse. Darum darf es auch keine dogmatische Lebensphilosophie geben. Freiheit kann nur aus der Anerkennung der eigenen Verantwortung und im Bewusstsein der Notwendigkeiten und Möglichkeiten, Gleichheit nur aus der Akzeptanz von individueller Verschiedenheit und Solidarität nur im Bewusstsein des eigenen Wertes erreicht werden. Alle drei gehören zusammen und können beständig weiter entwickelt werden. Einen Endzustand wird es dabei nicht geben.
Es spricht für mich nichts dagegen, dass Menschen einer Religion anhängen, solange sie dies als ihren persönlichen Weg ansehen, nicht als dogmatische Lehre und sie anderen ihren eigenen Weg zubilligen. Auch derjenige der nicht religiös ist, glaubt an etwas und darf daher nicht auf einen religiösen Menschen herabsehen.

© Ludger Gausepohl Mai 2012