Mittwoch, 28. November 2012

Lob des Zweiflers

Wo etwas ganz hoch wird gepriesen,
auf große Taten hingewiesen,
da hört man oft die Stimm' von jemand,
der weist das ganze von der Hand
und legt bei der Geschichte,
auf and're Seiten die Gewichte.
Zu Dogmen und Gewissheiten,
lässt er sich nicht verleiten.
Er weist auf viele Fragen hin,
die and'ren nie kamen in den Sinn.
Ob Wunder, höh're Wesen oder and're Mär,
finden vorm Zweifler keine Gnade mehr.
Oft wird solch' Kritik als lästig nur empfunden,
obwohl die Zweifel später für gut befunden.
Vieles ist nicht wie es uns erscheint
und wie der schlichte Denker meint.
Allgemeine Wahrheiten, sehr hoch gehalten,
sich im Besond'ren oft ganz falsch gestalten.
So wollen wir zu gern den Zweifler preisen,
doch auch hier die Zweifel kreisen:
Vertrauen fällt ihm ganz schön schwer
und an sich nagt manch' Zweifel sehr.
Schöne Träume und Hoffnung hegen
und lieb geword'ne Gewohnheit pflegen?
Wohl zweifelhaft!

© Ludger Gausepohl November 2012

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