Montag, 24. November 2014

Pride - Ein Loblied auf Solidarität und Überwindung von Vorurteilen

Am Samstagabend war ich mal wieder im Kino und sah ich im Xenon: Pride.
Der Film erzählt von jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Schwulen,
die den Bergarbeiterstreik unterstützen wollen, Geld sammeln und dann erst daran denken,
wohin das Geld gehen soll. Ein willkürlich ausgesuchtes Dorf in Wales trifft die Wahl,
ein aufgeschlossener örtlicher Gewerkschaftsmann nimmt das Geld entgegen und läd die Gruppe ein.
Das verursacht allerdings einige Unruhe in dem kleinen Ort und mancher Konflikt muss überwunden werden,
bevor Dörfler und Schwule ihre Vorurteile voreinander durchbrechen.
Der Film lebt aus dem typischen britischen Humor, aber rührt auch sehr stark an.
Aids spielt leider auch eine Rolle, denn diese Krankheit begann ja damals ihren Siegeszug um die Welt.
Einige sehr starke Figuren sowohl bei den Dorfbewohnern, als auch unter den Schwulen verleihen dem Film seine Lebendigkeit. Der Film, der uns in die Zeit von Maggie Thatcher führt,
zeigt die große Kraft der Solidarität und ich hatte anschließend ein nasses Taschentuch
(nicht wegen der hübschen Boys). Dieser bewegende Film beruht auf einer wahren Geschichte.
Das Thema Bergarbeiter und ihr Streik hat ja schon mehrere gute britische Filme hervorgebracht.

Montag, 10. November 2014

Mein Berlin

Eben traf ich in einem Park
wohl einen Dudelsackspieler!
Trifft man ihn, außer in Schottland,
noch irgendwo, einfach mal so?
Wo läßt auf einem Flughafen
man die Drachen ganz hoch steigen?

Wo war eine Stadt einmal zwei
und das nicht zum ersten Male?
Wo ging eine Teilung vorbei?
Wo kam Verschied'nes zusammen
Und brachte das Chaos Freude?
Wo strömt alle Welt zusammen?

Wo singen russische Sänger
in der U-Bahn ihre Lieder?
Wo nur mischen sich immer zu,
wenn auch nicht immer schön,
Altes und Neues so lebhaft
Und immer wieder ganz anders?

Wo regierte die große Stadt
ein schwuler Bürgermeister?
Wo tanzt man in einer Fabrik
übers ganze Wochenende
Und treffen sich Partyleut'
und fleißige Frühaufsteher?

Aber doch hat diese bunte Stadt
wohl auch ihre dunklen Seiten:
Nicht wenig an Kinderarmut
und einiges Flüchtlingselend,
Gewalt im öffentlichen Raum
und rechter Sumpf ohne Vernunft.

Nun hab ich das Gefühl schon lang,
dass ich, seit ich hier heimisch bin,
den Puls der Welt erahnen kann
und keiner Routine verfall'.
Das Leben und die Menschen hier
sind die Mischung die ich brauche.

Siegessäule, kleines Aquarell,2012
copyright Text und Bild: Ludger Gausepohl 2014